Nervenarzt

Der Nervenarzt umfasst die Fachgebiete Neurologie und Psychiatrie. Er behandelt also ebenso wie der Psychiater alle Formen psychiatrischer Erkrankungen, daneben aber auch neurologische Erkrankungen, also Erkrankungen der Nervensubstanz (z.B. Schlaganfall, Gehirntumoren, Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit) oder der Muskelsubstanz (z.B. Myasthenie).

 

Psychiater

Der Psychiater (= Facharzt für Psychiatrie) ist der Spezialist, der psychische Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Er hat Medizin studiert und eine Facharztausbildung von 5 Jahren absolviert. In der aktuellen Ausbildung lernt der Psychiater auch psychotherapeutische Verfahren und der Facharzttitel

lautet entsprechend  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

 

Psychiatrie

Die Psychiatrie ist das medizinische Fach, das sich mit krankhaften Störungen des Erlebens und Verhaltens, des Denkens, Fühlens, der Stimmungen, der geistigen Funktionen, der sexuellen Orientierung und der Persönlichkeitsentwicklung befasst.

Die Psychiatrie ist für alle Krankheiten des psychischen Bereichs im weitesten Sinne zuständig.


Psychologe

Die Psychologie ist die Lehre vom gesunden und normalen Seelenleben. Der Psychologe hat Psychologie studiert. Er ist kein Arzt. Als klinischer Psychologe hat er sich in einem Teil seines Studiums auf Störungen des psychischen Lebens und auf deren Behandlung mit psychologischen Methoden spezialisiert. Wenn er zusätzlich eine Psychotherapieausbildung absolviert hat, darf er sich Psychologischer Psychotherapeut nennen.

 
Psychotherapeuten

Nach dem Psychotherapeutengesetz können ärztliche und psychologische Psychotherapeuten im Rahmen der Krankenversicherung behandeln. Auf ärztlicher Seite sind dies die Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, die Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin und die Ärzte, die durch eine etwas kürzere Ausbildung den sogenannten Zusatztitel Psychotherapie erworben haben. Psychologen, die sich für die Versorgung von krankenversicherten Patienten qualifiziert haben, tragen den Titel psychologische Psychotherapeuten.

 
Psychotherapie

Psychotherapie ist im weitesten Sinn die Behandlung krankhafter Störungen mit psychischen Mitteln (durch Gespräche, Hypnose, Entspannungsmethoden und andere nicht-chemische und nicht-physikalische Einwirkungen).

 

Psychosomatik

Psychosomatik ist die Lehre von den psychischen Ursachen körperlicher Störungen, Erkrankungen und Beschwerden. Ehe sicher davon ausgegangen werden kann, daß körperliche Leiden psychischen Ursprungs sind, sollte unbedingt durch genaue körperliche Diagnostik von einem Arzt ausgeschlossen werden, daß nicht doch eine andere Krankheitsursache vorliegt (z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion bei Depressionen). Ist das Leiden als psychosomatische Störung erkannt, sollte die Behandlung auf psychotherapeutischem Wege durchgeführt werden.

 
 
 
Tiergestützte Therapie

Hunde:

Mensch und Hund bilden eine der ältesten Symbiosen der Menschheitsgeschichte. Hunde können durch ihr Verhalten, das von Achtung, Wärme, Empathie und Echtheit gekennzeichnet ist, einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Entwicklung und Erziehung von Kindern beitragen, sowie die Lebensqualität des Menschen steigern. In der humanistischen Psychologie nach Carl Rogers wird belegt, dass Menschen ihre eigenen Kräfte zur Überwindung seelischer Probleme, negativer Erfahrungen und belastenden Alltagsproblemen dann gut mobilisieren können, wenn sie:

  • bedingungslose positive Zuwendung erfahren

  • wenn ihnen empathisches Verstehen entgegengebracht wird

  • wenn ihre Äußerungen ohne zu zweifeln und ohne zu urteilen aufgenommen werden.

Hunde mobilisieren unsere Kräfte durch ihre positive Zuwendung, welches z.B. deutlich wird durch:

    • ihr aktives Zugehen auf den Menschen,

    • den deutlichen Ausdruck von Freude,

    • Angebote zum Spiel, streicheln....

Hunde reagieren wert- und vorurteilsfrei auf menschliches Verhalten, da Tiere die zivilisatorischen Normungen des Verhaltens nicht kennen. Sie gehen freundlich und offen auf den Menschen zu, erlauben direkte körperliche Nähe, behandeln alle Menschen gleich und passen sich ihrem Gegenüber an. Durch das wert- und vorurteilsfreie Verhalten des Hundes kann dieser als akzeptierender und geduldiger Partner erlebt werden. Individuelle Bedürfnisse des Menschen nach Liebe, Beachtung und Anerkennung können befriedigt werden. Durch den Hund findet eine direkte emotionale Kommunikation statt. Soziale Bindung und Zugehörigkeit kann erlebt werden.Hunde verhalten sich immer so, wie es ihrem momentanen Empfinden entspricht, sie zeigen ihre Gefühle unmittelbar. Bewusstes, verantwortungsvolles, vorausschauendes Agieren wird gefördert, da die Auswirkungen des menschlichen Verhaltens vom Hund unmittelbar gespiegelt werden. Durch seine Reaktion gibt der Hund eine direkte, ehrliche Rückmeldung. Eine Sensibilisierung für das eigene Verhalten kann damit gefördert werden, der Mensch kann lernen, mit sich, seinen Mitmenschen und Situationen angemessener umzugehen.

Für wen ist die tiergestützte Therapie mit Hilfe des Hundes geeignet?

Zum Beispiel für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

  • mit AD(H)S (Aktivität als auch Entspannung erleben) oder Autismus z.B. in Kombination mit Hund und Pferd
  • Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche (z.B.: Beziehungsaufbauschwierigkeiten, aggressives Verhalten, Konzentrationsmangel, Hyperaktivität, emotionale und soziale Diskrepanzen)
  • um soziale Interaktion und Kommunikation zu lernen und zu vertiefen
  • um die Kommunikationsfähigkeit zu steigern
  • um die Entwicklung von sozialer und emotionaler Kompetenz zu fördern
  • um Beziehungen aufzubauen und
  • Verantwortung zu übernehmen

Tiergestützte Therapie mit Hilfe des Hundes bietet für jeden Menschen eine Möglichkeit:

  • Ängste abzubauen
  • Vertrauen aufzubauen
  • Das Verhalten und die Körpersprache des Hundes zu beobachten, kennenzulernen und verstehen zu lernen
  • Körperbewusstsein und Körpergefühl zu fördern
  • Selbstbewusstsein zu steigern
  • Achtung, Wärme, Empathie und Echtheit teilen, erfahren und genießen, um daraus Kraft zu schöpfen für das (alltägliche) Leben

 

Pferde:

Was unterscheidet das Pferd und den Hund in der therapeutischen Arbeit?

Wesensart des Hundes ist der deutliche Ausdruck seines Empfindens, die sofortige klar ersichtliche Reaktion auf menschliches Verhalten.
Das Pferd reagiert weniger offensichtlich; es wedelt z.B. nicht mit dem Schweif, um Freude auszudrücken. Das Wohlbefinden des Pferdes drückt sich in entspannter Haltung aus, das des Hundes im Spielangebot.
Die Ruhe, Gelassenheit und Größe des Pferdes steht im Gegensatz zum agilen, spielfreudigen Hund.Der Hund hat seine Stärken im sozialen und emotionalen Bereich, das Pferd im körperlichen. Der seelische Bereich ist gleichgestellt.
Dadurch ergeben sich vielseitige Möglichkeiten, Pferd und Hund dem Anliegen entsprechend gezielt einzusetzen.